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Auch die Rechnung ist Werbung

Warum ausgerechnet die unscheinbarsten Dokumente eines Unternehmens am gründlichsten gelesen werden – und was das für Ihren Auftritt bedeutet.

Niemand liest eine Website so aufmerksam wie eine Rechnung. Bei der Homepage reicht meist ein flüchtiger Blick, ein Eindruck in Sekunden. Bei der Rechnung dagegen wird jede Zeile kontrolliert: die Summe, der Betreff, der Absender, oft sogar zweimal. Genau deshalb lohnt es sich, ausgerechnet diesen unauffälligen Dokumenten mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als die meisten Betriebe es heute tun.

Der zweite Blick, der öfter kommt als der erste

Ein Angebot wird oft mehrfach geöffnet, bevor jemand unterschreibt. Eine Rechnung wandert an die Buchhaltung, landet im Ordner, taucht bei der nächsten Steuerprüfung wieder auf. Ein Lieferschein liegt tagelang auf einem Schreibtisch, eine E-Mail-Signatur erscheint bei jeder einzelnen Nachricht neu. Diese Dokumente werden nicht nebenbei wahrgenommen – sie werden gebraucht, aufbewahrt, weitergereicht, manchmal an Dritte wie Steuerberater oder Geschäftspartner. Damit sind sie, rein rechnerisch, oft öfter im Blickfeld eines Kunden als jede Anzeige oder jeder Social-Media-Post – nur eben leiser und ohne dass jemand bewusst darüber nachdenkt.

Was zur Geschäftsausstattung eigentlich zählt

Zur Geschäftsausstattung gehört mehr, als man beim Wort „Corporate Design“ zuerst denkt: Briefpapier, Angebote, Rechnungen, Lieferscheine, Verträge, die E-Mail-Signatur, mitunter auch die Arbeitskleidung im Kundenkontakt. Genau diese Dokumente sind es, die bei einem Relaunch am ehesten vergessen werden. Die Website wird neu gebaut, das Logo geschärft, die Farben abgestimmt – und die Rechnung kommt weiterhin unverändert aus der Buchhaltungssoftware, in der Werkseinstellungs-Schrift, ohne einen einzigen gestalterischen Bezug zur restlichen Marke.

Wenn das System bis in die letzte Zeile trägt

Wer schon ein durchdachtes Markensystem besitzt – Farben, Schrift, Vorlagen, wie wir es in einem früheren Beitrag beschrieben haben –, hat die halbe Arbeit bereits erledigt. Die zweite Hälfte besteht darin, dieses System konsequent zu Ende zu denken: dieselbe Schriftart in der Kopfzeile eines Angebots, dieselben Farbwerte im Rahmen einer Rechnung, dasselbe Logo in der richtigen Größe an derselben Stelle. Das ist kein neues Projekt, sondern eine Anwendung des Bestehenden auf Dokumente, die bislang schlicht übersehen wurden – meist, weil sie aus der Buchhaltungs- oder Warenwirtschaftssoftware kommen und nie jemand für zuständig gehalten hat, sie zu gestalten.

Was das für das Vertrauen bedeutet

Konsistenz wirkt auf das Vertrauen – und das ist keine reine Bauchgefühl-Aussage. In einer Befragung von über 400 Brand-Management-Verantwortlichen erwarteten die Teilnehmenden ein Umsatzwachstum von 10 bis 20 Prozent, wenn ihre Marke über alle Kontaktpunkte hinweg einheitlich auftritt. Wichtig dabei: Es handelt sich um eine Einschätzung erfahrener Marketing-Fachleute, nicht um einen exakt gemessenen Effekt – aber sie deckt sich mit dem, was man aus der Praxis kennt. Ein Kunde, der Ihr Angebot, Ihre Rechnung und Ihre Website wiedererkennt, muss sich nicht fragen, ob wirklich derselbe Betrieb dahintersteckt.

10–20%
Umsatzwachstum, das Marketing-Verantwortliche erwarten, wenn ihre Marke überall konsistent auftritt.

400+
befragte Brand-Management-Verantwortliche in der zugrunde liegenden Studie.

Der Aufwand ist kleiner, als er aussieht

Die gute Nachricht: Eine einmal gebaute Vorlage – als Word- oder PDF-Datei, eingebunden in die Buchhaltungssoftware oder als Baustein für die E-Mail-Signatur – verursacht danach praktisch keinen Mehraufwand mehr. Der Aufwand steckt vorne, nicht im laufenden Betrieb.

Bei einem Handwerksbetrieb aus der Region, mit dem wir kürzlich zusammengearbeitet haben, war genau das der Fall: Die Website war frisch überarbeitet, das Logo klar, die Farben stimmig – die Rechnungen kamen aber weiterhin unverändert aus der Buchhaltungssoftware, in einer anderen Schrift, ohne Logo. Wir haben gemeinsam eine PDF-Vorlage gebaut, die zum restlichen Auftritt passt und sich direkt in das bestehende Programm einbinden lässt. Der Aufwand dafür: ein Nachmittag. Die Rückmeldung eines Kunden ein paar Wochen später: „Man sieht gleich, dass da ein System dahintersteckt.“

Eine Rechnung wird garantiert gelesen. Ob sie auch zur Marke passt, entscheiden Sie selbst.

Was das für Sie bedeutet

Schauen Sie sich Ihre eigene Geschäftsausstattung einmal mit fremden Augen an: das letzte Angebot, die letzte Rechnung, den letzten Lieferschein, die E-Mail-Signatur. Passt das Bild zusammen, oder wirkt es wie aus drei verschiedenen Betrieben? Wenn nicht, ist das selten ein großes Projekt – meistens reicht eine saubere Vorlage, die einmal erstellt wird und danach einfach mitläuft.

Wenn Sie das gemeinsam durchgehen möchten: Wir schauen uns bei solid4 gerne unverbindlich an, wo in Ihrer Geschäftsausstattung noch ungenutztes Potenzial steckt.


Quellen: Marq (vormals Lucidpress): Brand consistency – the competitive advantage and how to achieve it

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