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Design auf Zuruf

Ein Entwickler tippt einen Satz in natürlicher Sprache. Eine KI liest ihn, öffnet Figma, greift ins bestehende Designsystem, baut eine Seite – und fragt dabei nicht einmal nach. Klingt nach Science-Fiction? Seit Anfang April 2026 ist das tägliche Praxis in modernen Digitalagenturen. Was sich in den letzten Wochen verändert hat, ist kein Update: Es ist ein Paradigmenwechsel darin, wie digitale Interfaces entstehen.

Figma Skills: Markdown statt Plugin-Code

Das Aufregendste an Figmas neuestem KI-Schub ist nicht das, was die KI tut – sondern wie man ihr sagt, was sie tun soll. Mit den neu eingeführten Figma Skills lassen sich Instruktionen für KI-Agenten jetzt einfach in Markdown schreiben. Keine Plugin-Entwicklung, kein Programmierwissen nötig. Wer ein Briefing formulieren kann, kann jetzt auch das Verhalten eines Agenten im Designtool definieren.

Was das bedeutet: Jedes Team kann sein eigenes „Regelwerk“ für den KI-Agenten hinterlegen – wie er mit Designtokens umgeht, welche Komponenten er bevorzugt, wie Abstände gesetzt werden, welcher Ton für Microcopy gilt. Der Agent liest diese Anweisungen, bevor er an die Arbeit geht, und hält sich daran. Die Marke bleibt konsistent, nicht weil jemand nachkontrolliert, sondern weil die Regeln vom ersten Pixel an gelten.

Für uns bei solid4 eröffnet das eine konkrete Perspektive: Kunden, die uns ein Designsystem aufbauen lassen, bekommen damit gleichzeitig die Grundlage für KI-gestützte Erweiterungen – ohne dass bei jeder Änderung ein Designer von Null beginnen muss. Das Designsystem wird zur lebenden Infrastruktur, nicht zu einem statischen Dokument, das nach dem Launch in der Schublade verschwindet.

Figma Make: Kontext ändert alles

Ebenfalls Anfang April hat Figma seine Make-Funktion mit Make Kits und Make Attachments erheblich aufgewertet. Bisher war Make ein nützliches Experiment: Man beschrieb einen Entwurf, und die KI lieferte etwas Passendes – oder auch nicht. Jetzt lassen sich PRDs, Brand Guidelines, Daten-Dateien, Videos und echte Designkomponenten direkt als Kontext anhängen.

Das klingt technisch, hat aber eine sehr praktische Konsequenz: Prototypen entstehen nicht mehr im luftleeren Raum. Der generierte Entwurf kennt von Anfang an das tatsächliche Designsystem, die realen Inhalte und die projektspezifischen Anforderungen. Was früher generisch aussah – klassische Wireframe-Ästhetik, Platzhalter-Texte, austauschbare Komponenten – wirkt jetzt wie ein echter erster Entwurf. Der Unterschied ist qualitativ spürbar.

Google Stitch: Sprache wird Interface

Parallel zu Figmas Entwicklung hat Google mit Stitch eine Plattform gebracht, die Sprachbeschreibungen direkt in interaktive App-Interfaces übersetzt. Man beschreibt, was eine Seite leisten soll – welche Funktionen, welche Nutzergruppe, welche Stimmung – und bekommt einen klickbaren Prototyp zurück.

Das Prinzip ist nicht neu, die Qualität aber schon. Was früher bei solchen Tools als „ungefähr passend“ galt, trifft jetzt präziser – weil diese Systeme auf reale Designkonventionen trainiert sind, nicht nur auf generische Muster. Für Entscheider, die früh im Prozess sehen wollen, wohin eine digitale Lösung geht, ist das ein echter Vorteil: Man reagiert auf etwas Konkretes, nicht auf eine Beschreibung von etwas, das noch nicht existiert. Richtungsentscheidungen lassen sich so deutlich früher treffen – und mit mehr Sicherheit.

Vibe Coding wird strukturiert

In der Entwicklerwelt spricht man 2026 von „Vibe Coding“: Man beschreibt, was man will, und die KI baut es. Was zunächst nach einem Trend für Hobby-Entwickler klang, hat sich zu einem ernstzunehmenden Arbeitsmodell entwickelt – mit einem entscheidenden Unterschied gegenüber den ersten Experimenten: Die besten Ergebnisse entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern wenn die KI mit strukturierten Grundlagen arbeitet.

Designsysteme, Tokens, klar definierte Komponentenregeln – all das ist für KI-gestützte Code-Generierung kein Nice-to-have mehr, sondern der Qualitätsunterschied zwischen brauchbarem und wirklich einsetzbarem Output. Das Design-to-Code-Feld reift genau deswegen so schnell: Je besser das Designsystem dokumentiert ist, desto besser der generierte Code. Struktur zahlt sich aus – und zwar sofort.

Was wir bei solid4 daraus mitnehmen: Investitionen in ein sauber aufgebautes Designsystem amortisieren sich heute schneller denn je. Nicht nur, weil der Designer effizienter arbeitet, sondern weil das System selbst zur Produktionsgrundlage für KI-generierte Implementierungen wird. Kunden, die sich früh diese Grundlage schaffen, haben einen strukturellen Vorteil bei allem, was danach kommt.

Was sich für Ihre Projekte ändert

Die Konsequenz all dieser Entwicklungen ist eine, die sich im Projektalltag spürbar niederschlägt: Der Abstand zwischen Idee und testbarem Ergebnis schrumpft weiter. Feedback kann früher eingeholt werden, Richtungsentscheidungen basieren öfter auf echten Entwürfen statt auf abstrakten Beschreibungen. Das ändert auch, wie Zusammenarbeit funktioniert – zwischen Kunden, Designern und Entwicklern.

Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Qualität am Anfang. KI-Tools verstärken, was da ist – ein vages Briefing produziert vagen Output, ein präzises Briefing mit gutem Designsystem produziert etwas, das sich wirklich weiterverwenden lässt. Der menschliche Beitrag verlagert sich: weniger manuelle Ausführung, mehr Urteilsvermögen, mehr strategische Entscheidung. Für unsere Kunden bedeutet das, dass der Weg von der ersten Idee zum testbaren Ergebnis nicht nur kürzer wird – sondern auch transparenter.

Wir bei solid4 begleiten diesen Wandel aktiv und helfen Ihnen, die richtigen Grundlagen zu schaffen: ein Designsystem, das nicht nur für heute taugt, sondern zur Basis für alles wird, was morgen an KI-Unterstützung dazukommt. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Projekt gerade steht – und wo es stehen könnte – sprechen Sie uns an.

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