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Wenn Design coden lernt

Zwei Welten, die lange getrennt funktionierten, wachsen gerade auf unaufhaltsame Weise zusammen: Design und Code. Was früher klar voneinander abgegrenzt war – hier die Gestaltung, dort die Umsetzung – verschmilzt in den letzten Wochen zu einem neuen Arbeitsprozess. Für uns bei solid4.at ist das keine abstrakte Zukunftsvision, sondern etwas, das unsere tägliche Projektarbeit bereits verändert.

Figma wird zur Plattform

Wer Figma bisher als reines Gestaltungswerkzeug kannte, muss umdenken. Beim Config-Event 2025 hat Figma gleich vier neue Produkte vorgestellt, die den Anspruch deutlich machen: Sites, Make, Buzz und Draw.

Besonders Figma Make zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Das Tool, das auf Anthropics Claude-Modell aufbaut, kann aus einer Beschreibung oder einem bestehenden Design ein funktionierendes Prototyp oder eine echte Anwendung erzeugen. Kein Klick-Dummy mehr, sondern lauffähiger Code direkt aus dem Design-Tool heraus.

Figma Buzz richtet sich an Marketing-Teams: Markeninhalte erstellen, anpassen und publizieren – ähnlich wie Canva, aber tief im bestehenden Design-System verankert. Figma Draw ergänzt das Portfolio als vereinfachte Alternative zu Adobe Illustrator für vektorbasierte Illustrationen.

Für unsere Kunden bedeutet das: Was früher separate Lizenzen und separate Teams erforderte, könnte künftig in einer Plattform abbildbar sein. Ob das in der Praxis so reibungslos funktioniert, werden wir in den nächsten Monaten genau beobachten.

Canva AI 2.0 — Design auf Zuruf

Noch im April 2026 hat Canva AI 2.0 eine bemerkenswerte Grenze überschritten: Statt statischer Ergebnis-Bilder liefert die KI jetzt vollständig bearbeitbare, mehrschichtige Designs – erzeugt aus einem einzigen Prompt. Jedes Element bleibt editierbar, die Ebenenstruktur bleibt erhalten.

Dazu kommen sechs sogenannte Agentic Workflows: Canva verbindet sich direkt mit Slack, Notion, Gmail, Google Drive und anderen Tools, um Inhalte automatisch zu recherchieren, zu planen und zu veröffentlichen. Canva Code 2.0 erlaubt sogar den HTML-Import und die direkte Code-Ausgabe.

Das ist für viele unserer Kunden aus dem KMU-Bereich relevant, die Marketing-Inhalte schnell und ohne Design-Agentur für jeden Einzelfall produzieren wollen. Die Qualität solcher KI-generierten Designs hat messbar zugelegt – aber die strategische Steuerung, Markenkonformität und inhaltliche Tiefe bleibt eine Aufgabe, die menschliche Expertise erfordert.

CSS kann jetzt mehr als JavaScript

Weniger im Rampenlicht, aber mindestens genauso praxisrelevant: CSS hat 2026 einen Reifegrad erreicht, der viele bisherige JavaScript-Lösungen schlicht überflüssig macht.

Zwei Entwicklungen stechen heraus:

  • Native Masonry-Layouts mit CSS Grid: Das Pinterest-artige Kachelraster, das jahrelang JavaScript-Bibliotheken erforderte, ist jetzt als nativer CSS-Grid-Modus verfügbar. Schnellere Ladezeiten, weniger Abhängigkeiten, saubererer Code.
  • Container Queries in allen Browsern: Komponenten reagieren jetzt nicht mehr nur auf die Bildschirmbreite, sondern auf den tatsächlich verfügbaren Platz ihres Containers. Chrome, Firefox, Edge und Safari unterstützen das inzwischen vollständig.

Für uns als Entwicklungsagentur heißt das konkret: Websites werden robuster, wartungsärmer und schneller – ohne mehr Code schreiben zu müssen. Wir nutzen Container Queries bereits aktiv in unseren Projekten und empfehlen sie als Standard für alle neuen Entwicklungen.

Design-to-Code als neuer Workflow-Standard

Über Figma Make hinaus etabliert sich Design-to-Code als eigenständige Kategorie. Tools wie Vercel v0 oder der Claude Design-Workflow ermöglichen es, Designentwürfe oder natürlichsprachliche Beschreibungen direkt in React- und Tailwind-Code zu übersetzen. In der Praxis berichten Entwicklerteams von 30 bis 50 Prozent Zeitersparnis bei der Erstellung von Standard-Komponenten.

Das klingt nach einer Revolution – ist es aber nur in bestimmten Bereichen. Für individuelle, markenspezifische und technisch komplexe Lösungen bleibt handwerkliche Entwicklung unersetzbar. Was sich verändert: Der Anteil der Arbeit, der echte Expertise erfordert, verschiebt sich stärker in Richtung Architektur, Qualitätssicherung und strategische Entscheidungen.

Wir bei solid4.at setzen diese Tools gezielt ein – nicht um Qualität zu sparen, sondern um den Fokus dorthin zu legen, wo er den größten Mehrwert schafft.

Was das für Ihr Projekt bedeutet

Die Beschleunigung im Design- und Entwicklungsbereich ist real. Werkzeuge, die vor zwei Jahren noch Science-Fiction wirkten, sind heute produktiv einsetzbar. Für Entscheider in Unternehmen ergibt sich daraus eine klare Empfehlung: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, bestehende Prozesse zu hinterfragen – nicht weil KI alles billiger macht, sondern weil sie neue Möglichkeiten eröffnet, die bisher schlicht zu aufwendig waren.

Ob Website-Relaunch, Design-System oder digitale Plattform: Sprechen Sie mit uns. Wir kennen die Tools, kennen ihre Grenzen – und wissen, wann welcher Ansatz wirklich Sinn macht.

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